M&M's Kneipentutorium
Liebe Erstis,
eins vorweg: Der günstigste Zeitpunkt für eure ausgedehnte Kneipenexkursion ist - jetzt, am besten sofort, bevor euch schwindlig wird von all den Morphemen, logischen und manchmal unlogischen Prädikaten, Präpositionalphrasen, UNIX-Administrationsbefehlen und Parsern. Jetzt ist noch garantiert, daß eure Gespräche halbwegs vernünftig ablaufen und ihr euch noch ohne jegliches Fachchinesisch versteht.
Um es gemütlich angehen zu lassen, trinkt erstmal morgens einen Kaffee im rustikalen Wohnzimmer von Oma, dem Cafe Burckhard (Untere Str.). Dazu empfehlen wir von Oma geschmierte Laugenbrezeln. Nicht weit ist es dann zum Marktplatz, wo die Max-Bar mit einem Gläschen Sekt schon auf euch wartet. Da könnt ihr das Kennenlern-Gefasel schnell abhaken. Mittlerweile sollte es schon Mittag sein, und wenn ihr von der Max-Bar in Richtung Computerlinguistik weiterlauft, kommt ihr bei dem kleinen indischen Schnellimbiss vorbei, wo ihr für 4,50 Mark dem Mensaessen trotzen könnt, das ihr sowieso noch das ganze Semester über genießen könnt/müsst. Viel Zeit fürs Essen habt ihr nicht, denn weiter geht's zum Cafe Moro in der Hauptstraße. Weil man sich nicht richtig hinsetzen kann, ist hier ein kleiner Espresso für 2,50 Mark das Richtige. Wenn's euch dann plötzlich erwischt und ihr von einer japanischen HiTech-Mini-Kamera erfaßt worden seid, seid nicht böse: Touris gehören in Heidelberg genauso zum Alltag wie Studenten. Wo ihr aber vor Touristen garantiert sicher sein könnt, ist das Marstall-Cafe (Marstall-Str.), der Studententreff überhaupt, natürlich auch mit studentengerechten Preisen.
Vielleicht seid ihr dann fürs erste die Altstadt leid, und solange die Frisur noch sitzt, ist ein Tomatensaft nicht unangebracht, von Heidelbergs schönsten Menschen serviert: im Gekco (ja, das schreibt sich so!) direkt am Bismarckplatz heißt das Motto "Sehen und gesehen werden". Gleiches gilt fürs das Rossi, ebenfalls am Bismarckplatz. Wenn ihr eure Kneipentour fortsetzen wollt, habt ihr kaum eine andere Wahl: Ihr müsst zurück in die Altstadt. Der Weg dahin führt euch durch den Irish Pub Hemingway's (Fahrtgasse) und das Schüler- und Azubi-Cafe schräg gegenüber. Macht danach nur kurz im Essighaus (Plöck) Halt - es lohnt sich sowieso nich besonders -, damit ihr rechtzeitig zum Beginn der Happy Hour (18 h) im Scruffy Murphy's (Karlstr.) seid und zwei Cocktails für 10 Mark trinken könnt, wenn ihr des Englischen mächtig seid. Kommt hier nicht mit zehn Leuten an, denn es ist ziemlich klein. Jetzt befindet ihr euch wieder im unmittelbaren Einzugsgebiet der Computerlinguistik - warum nicht gleich die Chipkarte für den CIP-Pool abholen? Geht besser nicht sofort in den CIP-Pool, denn bis Windows fünfmal abgestürzt ist, sind wieder zwei Stunden vergangen, und die könnt ihr lieber sinnvoll nutzen: Ab geht's zur legendären Unteren Straße! Vergeßt nicht, vorher beim Duck's vorbeizuschauen und am riesigen runden Holztisch ein oder zwei Beck's zu schlürfen. Danach kommt ihr dort vorbei, wo alles angefangen hat, beim Cafe Burckhard, bis es euch dann geradewegs in die SonderBar treibt. Keine Angst, die Typen hinter der Theke sind gar nicht so gefährlich, wie sie aussehen - vielleicht ein bißchen Sonderbar...
Auf unserer Uhr ist es jetzt 21 Uhr, die richtige Zeit für einen Tequila im Großen Mohren. Vielleicht noch die eine oder andere Kneipe in Heidelbergs Ausgeh-Meile, und dann ist es nicht mehr zu früh für die Lauerstr. 18. Hier könnt ihr euch mit dem gemeinen Volk solidarisieren. Und wenn ihr jetzt nirgenwo anders mehr unterkommt, weil Heidelberg die Bürgersteige hochklappt (pünktlich um 1 Uhr), dann ist der Vater Rhein unten am Neckar die letzte Station (bis 3 Uhr geöffnet). Geschafft!
Bis 12 Stunden später (15 Uhr) könnt ihr im Walfisch (Bahnhofstr.) frühstücken. Kleiner Tip: das Katerfrühstück.
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