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Modulkatalog BA Computerlinguistik -- Kurzfassung

Der Hitch-Hiker's Guide zum Bachelor in Computerlinguistik

Wenn ihr wissen möchtet, was ihr studieren solltet, um in Heidelberg den Bachelor in Computerlinguistik zu machen, könnt ihr die Studien- und Prüfungsordnung lesen. Falls ihr schon ein paar Semester Jura habt, könnt ihr dann sicher gleich loslegen. Falls nicht, könnt ihr einfach hier weiterlesen.

Die Straßenkarte

Um zu eurem Bachelor zu kommen, müsst ihr einen ganzen Haufen Veranstaltungen ("Kurse", Vorlesungen) belegen. Dabei ist klar, dass ein paar Grundkenntnisse für alle unverzichtbar sind ("Basismodule"), während man später gewisse Wahlfreiheiten hat ("Aufbaumodule"). Dazu kommen noch Schmankerln für fortgeschrittenere Studis ("Vertiefungsbereich") und ein paar Dinge, die -- so wollen es die Wissenschaftsminister -- nützlich für eure spätere bezahlte Tätigkeit sein sollen ("Ergänzungsbereich"). Schließlich habt ihr noch ein Nebenfach, das etwa ein Viertel eures Studiums ausmachen wird.

Die Währung im Bachelorland ist der Leistungspunkt (LP, manchmal auch ECTS-Punkt oder Kreditpunkt genannt). Grob gesprochen soll ein Leistungspunkt 30 Stunden Arbeitszeit entsprechen. Jedem Kurs ist eine bestimmte Zahl von LP zugeordnet, und wenn ihr die Prüfung zu einer Veranstaltung besteht, bekommt ihr diese Zahl von LP gutgeschrieben. Wenn ihr 180 von diesen LP habt, und zwar in der richtigen Zusammensetzung aus Kursen, Praktika und der Abschlussprüfung, habt ihr euren Abschluss.

Natürlich ist die Sache mit den 30 Stunden Arbeitszeit zu weiten Teilen recht naive Regelungsabsicht (die aber die Wissenschaftsminister so vorgeben), aber immerhin: Wenn ihr für einen Kurs zwei LP bekommt, solltet ihr euch bei dem/der Lehrenden beschweren, wenn ihr gegen Mitte des Kurses schon 60 Stunden reingesteckt habt. Nehmt also die LP nicht zu ernst, aber guckt, dass die Anforderungen in den Kursen in Relation zu den vergebenen Punkten realistisch bleiben.

In der Regel bekommt ihr zu den Leistungspunkten in einem Kurs auch eine Note -- aus historischen Gründen spricht man dabei von benoteten Scheinen. Nicht jede Note, die ihr im Laufe eures Studiums bekommt, geht auch in eure Abschlussnote ein. Die, die es tun, heißen Prüfungsleistungen. Ihr müsst zu jeder Vorlesung vorher sagen, ob sie eine Prüfungsleistung werden soll oder nicht. Am Schluss des Studiums müsst ihr 100 Leistungspunkte als Prüfungsleistungen deklariert haben (die Tabelle unten verrät euch die notwendige Zusammensetzung). Was nicht Prüfungsleistung ist, heißt bei uns Studienleistung, und wenn 100 LP Prüfungsleistung sind, bleiben 80 LP für die (zusätzlichen) Studienleistungen.

Auch wenn ihr andere BA-Studiengänge schon kennt, dürfte euch dieses System nicht vertraut sein -- es ist, wenn ihr so wollt, ein Sonderservice von uns. Bekannt sein könnte euch Ähnliches aber aus der Kollegstufe, wo ihr (eventuell) Kurse "einbringen" konntet oder nicht1.

Die folgende Tabelle fasst zusammen, was ihr im Laufe eines Bachelorstudiums so an Punkten brauchen werdet:

VeranstaltungstypLPs darausdavon als Prüfungsleistung
Basismodule5530
Aufbaumodule3230
Vertiefungsbereich18
Ergänzungsbereich150
Nebenfach4020
Abschluss2020
Summe180100

Diese Tabelle ist wichtig für die Gestaltung eures Studienplans -- behaltet sie also ungefähr im Kopf (allerdings habt ihr in den ersten zwei Semestern nicht viele Wahlmöglichkeiten, wirklich relevant wird das also erst später). Basis-, Aufbau- und Vertiefungsmodule heißen zusammen übrigens "Kernfach".

Module

Die Bestandteile unseres Studiengangs bezeichnen wir normalerweise nicht als "Kurs", "Veranstaltung" oder "Vorlesung", sondern als Modul. Tatsächlich kann ein bestimmtes Modul durch verschiedene Veranstaltungen abgedeckt sein, was heißt, dass eine Veranstaltung mit dem Titel "Ethische Aspekte der NLP" durchaus unser Modul E01 Informatik und Gesellschaft abdecken kann2. Auch wenn bei uns meist eine Veranstaltung ein Modul abdeckt, hat die Terminologie schon einen gewissen Sinn: Ein Modul definiert in erster Linie einen Satz von Kompetenzen und Kenntnissen, die ihr nach dessen Absolvieren haben solltet, eine konkrete Veranstaltung kann verschiedene Methoden oder Inhalte zum Erreichen dieses Ziels verwenden. Entsprechend ist der Studiengang über Module und eben nicht über Veranstaltungen definiert -- interessant ist was ihr könnt und nicht so sehr, womit ihr eure Zeit so verbracht habt.

Da wir in der Computerlinguistik nur wenig mit einer Einführung in die Moraltheologie oder einem Pathologiepraktikum anfangen können, haben wir einen Katalog von Modulen angelegt, die in unserem Studiengang nützlich sind, eben den Modulkatalog. In seiner Langfassung definiert dieser auch Inhalte und Abhängigkeiten -- viele Veranstaltungen bauen auf anderen auf, ihr solltet sie also erst besuchen, wenn ihr die nötigen Voraussetzungen habt. Im Modulkatalog seht ihr auch, was alles verpflichtende Module sind -- neben den Basismodulen müsst ihr auch alle Module des Vertiefungs- und Ergänzungsbereichs absolvieren.

Welche Module ihr wann belegen solltet, verraten wir gleich -- dabei ist allerdings klar, dass ihr je nach Nebenfachwahl, individueller Zeitplanung usf. von diesem Studienplan abweichen könnt und zum Teil sogar müsst. Das klingt schlimmer als es am Ende ist.

Zur Bachelormode gehört unbedingt, den Modulen kryptische Kürzel zu geben -- die Einführung in die Computerlinguistik ist B01, das Programmiergesellenstück V03. Das ist nicht nur ein Spiel. Einerseits erkennt ihr an den Kürzeln gleich, wohin ein Modul gehört (B ist ein Basis-, A ein Aufbau-, V ein Vertiefungs- und E ein Ergänzungsmodul, wohingegen NB bzw. NA für Basis- bzw. Aufbaumodule im Nebenfach stehen). Andererseits stehen diese Kürzel auch im Vorlesungsverzeichnis und erlauben eine einfache Zuordnung von Veranstaltungen zu Modulen (wie gesagt: der Titel des Moduls muss nicht immer mit dem Titel der Veranstaltung übereinstimmen).

Das erste Semester

Im ersten Semester sind zwei Wörter und zwei Veranstaltungen wichtig. Die beiden Wörter sind "Don't panic", die beiden Veranstaltungen B01 Einführung in die Computerlinguistik und B02 Programmieren I: Einstieg.

"Don't panic" erklärt sich selbst, die beiden Veranstaltungen liefern die Grundlage für so gut wie alles, was im weiteren Verlauf auf euch zukommt. Sie machen außerdem auch die Orientierungsprüfung (dazu unten mehr) aus. Ihr solltet also alles dafür tun, die ordentlich hinter euch zu bringen und -- entscheidend! -- nachher auch das zu können, was ihr darin lernen solltet.

Nun könnt ihr einfach nachrechnen, dass euch B01 Einführung in die Computerlinguistik und B02 Programmieren I: Einstieg zusammen 12 LP einbringen. Wenn ihr aber in sechs Semestern 180 LP einfahren wollt (das sollte zwar nicht euer primäres Ziel sein, aber erfahrungsgemäß sorgen sich viele Studis doch arg um solche Dinge), müsst ihr etwas wie 30 LP pro Semester machen. Wo also kriegt ihr die anderen Punkte her?

Nun, es müssen nicht ganz 30 werden -- wenn ihr im Studium etwas weiter seid, kommen ein paar Klopse in der vorlesungsfreien Zeit, mit denen ihr einen etwas lockereren Stundenplan in den ersten Semestern mühelos ausgleichen könnt. Dennoch solltet ihr noch B05 Grundlagen der formalen Sprachbeschreibung machen und dazu Veranstaltungen über rund 8 LP aus den Basismodulen im Nebenfach -- ihr kommt dann auf 24 LP. Fürs das erste Semester reicht das dicke.

Und dann weiter...

Wie das Studium im Überblick aussehen kann, haben wir in der folgenden Tabelle dargestellt:

1. Semester (WS)
B01 Einführung in die Computerlinguistik6
B02 Programmieren I: Einstieg6
B05 Grundlagen der formalen Sprachbeschreibung4
NB Basismodul Nebenfach8
Summe24
2. Semester (SS)
B04 Programmieren II: Vertiefung5
B08 Syntax5
B06 Morphologie4
B07 Lexikalische Semantik4
B11 Grundlagen der formalen Logik4
NB Basismodul Nebenfach6
Summe28
3. Semester (WS)
B09 Parsing4
B10 Pragmatik und Textkonstitution4
Axx4
NB Basismodul Nebenfach8
V04 Konferenzen und Workshops2
V03 Programmier-Gesellenstück6
Summe28
4. Semester (SS)
B03 Algorithmen und Datenstrukturen9
Axx9
NA Aufbaumodul Nebenfach6
E02 Berufsorientierung2
E03 Berufspraktikum10
Summe36
5. Semester (WS)
V01 Forschungsseminar6
Axx10
NA Aufbaumodul Nebenfach8
BAA10
Summe34
6. Semester (SS)
V02 Computerlinguistisches Kolloquium4
Axx10
NA Aufbaumodul Nebenfach6
BAP10
Summe30

Dabei bedeutet Axx Aufbaumodul (hier könnt ihr also wählen), BAA die Bachelor-Arbeit und BAP die Bachelor-Prüfung. Einige dieser Leistungen -- etwa E03 Berufspraktikum, V03 Programmier-Gesellenstück, aber auch BAA Bachelor-Arbeit und BAP Mündliche Abschlussprüfung sind dabei vor allem in der vorlesungsfreien Zeit zu erbringen.

Ihr solltet euch am Anfang so gut wie möglich an diesen Studienplan halten (die Nebenfächer mögen euch da das Leben etwas schwer machen -- im Zweifelsfall hilft der Fachstudienberater). Später könnt ihr schon ein wenig umstellen -- ob ihr V04 Konferenzen und Workshops unbedingt im 3. Semester macht und E02 Berufsorientierung dann im vierten oder umgekehrt ist offenbar nicht allzu relevant.

Bei dem ganzen Kram haben wir uns natürlich etwas gedacht -- was, könnt ihr in der Beschreibung des Konzepts des BA-Studiengangs nachlesen, die wir für die Akkreditierung geschrieben haben.

Einzelne Veranstaltungen

Bei vielen Veranstaltungen braucht ihr nur im Vorlesungsverzeichnis die Modulnummern abzuhaken, in die Veranstaltung gehen, die Leistungen erbringen und das war es. Manche Module sind etwas trickreicher -- im Folgenden wollen wir ein paar dieser "Problemfälle" diskutieren.

V02 Computerlinguistisches Kolloquium

Bald mehr dazu...

V03 Programmier-Gesellenstück

Zum Gesellenstück gibt eine eigene Seite. Da das Gesellenstück etwas Vorbereitung braucht und auch recht zeitintensiv ist, solltet ihr euch tatsächlich im 3. Semester ernste Gedanken dazu machen und die zitierte Seite durchlesen. Natürlich könnt ihr das Gesellenstück auch später machen, aber das würfelt dann den Idealstudienplan ordentlich durcheinander.

V04 Konferenzen und Workshops

Zur Abdeckung deses Moduls müsst ihr eine geeignete Fachveranstaltung besuchen. Es ist eure Aufgabe, diese auszusuchen -- denkbar ist beispielsweise die Tacos, die recht kostengünstig ist, aber natürlich auch Sommerschulen (populär bei unseren Studis ist seit ein paar Jahren das Interdisziplinäre Kolleg) oder "große" Konferenzen, wie wir sie auf unserer Webseite ankündigen kommen in Betracht. Ansonsten gibt es auf unserer Frage- und Antwortseite zum Bachelor Platz für einschlägige Ankündigungen.

Um einen Schein zu erwerben, müsst ihr bei uns einen Bericht im Umfang von 500 bis 1000 Wörtern einreichen, der beschreibt, was ihr auf der Konferenz gehört und was ihr davon mitgenommen habt. Geleitet sollte der Bericht sein von der Zielsetzung, die Konferenzinhalte nochmals zu bearbeiten und den persönlichen Lerneffekt zu bestimmen. Damit ist natürlich klar (wir erwähnen das hier nur vorsichtshalber), dass eine gemeinsame Abgabe eines Berichts für mehrere Personen nicht in Frage kommt.

E02 Berufsorientierung

Aller Wahrscheinlichkeit nach werdet ihr dieses Modul wenig lieben, aber immerhin ist es allemal für das eine oder andere Abenteuer gut und dürfte euch motivieren, den Master zu machen. Jedenfalls: Gedacht ist hier an externe Kurse, in denen ihr etwas über den Uni-Tellerrand hinausschauen sollt.

Noch im Unisumpf, aber schon an seinen Grenzen, sind die (leider meist gebührenpflichtigen) Kurse des ZSW oder auch Veranstaltungen im Rahmen von Magister in den Beruf.

Ansonsten könnt und sollt ihr euch selbst umsehen. Ein paar Tipps:

  • Einzelne Unternehmen bieten gern Veranstaltungen für Studis an, quasi als Marktplatz für Arbeitskräfte -- als Beispiel sei hier das Programm der BASF genannt.
  • Das Hochschulteam der Agentur für Arbeit bietet auch des öfteren geeignete Veranstaltungen an.
  • Im Zweifel kommen auch Jobmessen in Frage.
  • Ihr könnt aber auch im gemütlichen Unisumpf bleiben und irgendwelche Rhetorikkurse belegen, die dann und wann im Univis zu finden sind.

Wenn euch die Anbieter/innen der Veranstaltung nicht irgendwie sinnvolle Zertifikate geben, aus denen hervorgeht, was ihr wie lange gemacht habt, solltet ihr euch vorher mit der Fachstudienberatung in Verbindung setzen.

E03 Berufspraktikum

Hier sollt ihr in einer Firma oder einem Forschungsinstitut wie dem EML oder dem IDS arbeiten, und zwar für acht Wochen Vollzeit (d.h. zur Zeit etwas zwischen 35 und 42 Stunden pro Woche). Die Tätigkeit muss etwas mit EDV zu tun haben -- wenn es Sprachtechnologie ist, um so besser.

Im Sekretariat befindet sich ein Ordner mit Adressen von früheren Beschäftigungsstellen. Als Leistungsnachweis dient ein Arbeitszeugnis des Arbeitgebers mit Angaben zu den Aufgaben und einer Beurteilung sowie ein Erfahrungsbericht mit einer Aufgabenbeschreibung und einer persönlichen Beurteilung. Der Erfahrungsbericht sollte zwischen 500 und 1000 Wörter umfassen.

Der Abschluss

Damit das Studium nicht einfach ausfizzelt und ihr nochmal einen "Anreiz" (so heißt das wohl in diesen Zeiten) habt, euch anzusehen, was ihr alles gelernt habt (oder haben solltet), gibt es eine Abschlussphase im Bachelor-Studiengang, bestehend aus einer Bachelor-Arbeit und einer mündlichen Prüfung.

Um mit dem Abschluss anzufangen, müsst ihr eure Absicht, das zu tun, beim gemeinsamen Prüfungsamt anmelden. Dieses sitzt in Bergheim, auf dem Gelände der alten Kliniken, und zwar in dem Gebäude, in dem auch die Prinzhorn-Sammlung (eine Ausstellung von Kunst psychiatrisierter Menschen) untergebracht ist.

Dazu benötigt ihr ein Formular, das ihr bei Markus Demleitner bekommt. Dieses Formular füllt ihr dann gemeinsam mit dem/der Vorsitzenden des Prüfungsausschusses (das ist in der Regel die Person, die auch die Einführung in die Computerlinguistik liest) aus. Auf dem Formular wird insbesondere vermerkt, ob ihr bereits alle studienbegleitenden Leistungen erbracht habt und, wenn nicht, welche ihr noch vorlegen müsst. Im Prinzip müsstet ihr nämlich vor dem Beginn der Abschlussphase bereits alle Scheine haben -- in der Realität könnt ihr dieser Regelung ein Schnippchen schlagen, wozu wir gleich kommen.

Ihr braucht das Formular, um euch ein Thema zur BA-Arbeit geben zu lassen, und ihr braucht es nochmal, um euch zur mündlichen Prüfung anzumelden.

Unser Tipp: BA-Arbeit vorziehen

Wenn ihr die Regelstudienzeit einhalten und eure Nerven nicht verlieren wollt, solltet ihr schon im fünften Semester an die Abschlussprüfung denken. Die Bachelor-Arbeit kann nämlich in die vorlesungsfreie Zeit vor dem letzten Semester vorgezogen werden, auch wenn ihr (was die Regel sein dürfte) zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle studienbegleitenden Leistungen erbracht habt. Ihr solltet das, wenn immer möglich, auch tun, weil die Abschlussphase sonst wirklich extrem stressig wird.

Dazu belegt ihr im 5. Semester das Modul V01 Forschungsseminar. Versucht, hier etwas zu wählen, das euch interessiert, denn aus eurem Seminarvortrag sollte sich das Thema der BA-Arbeit ergeben -- oder jedenfalls aus der generellen Thematik des Seminars. Hintergrund ist, dass die BA-Arbeit doch gewisse Standards erfüllen sollte, und es ist schlicht nicht möglich, sich in sechs Wochen in ein Thema einzuarbeiten und noch eine Arbeit zu schreiben.

Meldet euren Plan, die BA-Arbeit zu schreiben, möglichst bald bei der/dem Seminarleiter/in an -- auf diese Weise erhöht sich die Chance, dass ihr ein interessantes Thema bekommt, erheblich. Darüber hinaus müsst ihr die zum Seminar gehörende Hausarbeit -- anders als bei späteren Hauptseminaren, bei denen ihr die Hausarbeit normalerweise in der vorlesungsfreien Zeit schreibt -- bereits während der Vorlesungszeit schreiben.

Die Themenvergabe selbst erfolgt dann am Anfang der vorlesungsfreien Zeit (realistisch: Nach dem Feldberg...). Ihr habt sechs Wochen, um die Aufgabe zu bearbeiten und eine Ausarbeitung zu schreiben. Klarerweise hat diese nicht den Umfang einer Magister- oder Masterarbeit, ihr braucht also keine Sorge haben, schief angeschaut zu werden, wenn ihr nicht mit einem hundertseitigen Meisterwerk ankommt. Etwas mehr als eine Seminararbeit sollte es auf der anderen Seite aber schon sein, und das heißt, dass ihr euch für die betreffenden sechs Wochen besser nichts weiter vornehmt.

Im anschließenden Sommersemester müsst ihr die restlichen Studienleistungen erbringen, die ihr zur Zulassung zur mündlichen Abschlussprüfung braucht. Diese muss dann kurz nach dem Ende der Vorlesungszeit dieses Sommersemsters stattfinden. Dies ist der Nachteil des Vorziehens: Da die Abschlussphase insgesamt nicht länger als sieben Monate dauern darf, müsst ihr in der vorlesungsfreien Zeit nach der Abfassung eurer BA-Arbeit auch die mündliche Prüfung machen, es gibt kein Zurück mehr.

Alternativen

Wenn ihr wollt, könnt ihr BA-Arbeit und mündliche Prüfung auch quasi am Stück machen, und zwar in beliebiger Reihenfolge. Ihr müsst allerdings alle studienbegleitenden Leistungen haben, bevor ihr diese Tour anfangt. Wirklich möglich ist diese Alternative nur im Sommer (die vorlesungsfreie Zeit nach einem Wintersemester ist einfach zu kurz, Sonderregelungen sind in Einzelfällen denkbar).

Wir bieten im Sommer zwei Prüfungsphasen an, einmal kurz nach dem Ende der Vorlesungszeit und dann nochmal kurz vor Semesterende (das ist der 30.9.). Wenn ihr eure mündliche Prüfung kurz nach Semesterende macht, müsst ihr danach innerhalb von zwei Wochen mit der BA-Arbeit anfangen; im anderen Fall müsst ihr ganz knapp nach der Vorlesungszeit die BA-Arbeit anfangen, um rechtzeitig zur zweiten Prüfungszeit fertig zu werden. Diese Konfusion ist nicht unsere Schuld, und diese Schilderung ist schon eine Vereinfachung der Regelungen aus der Prüfungsordnung. Sorry -- aber auch wir können dem verordneten Zügigkeitsfimmel nicht immer entgehen.

BA-Prüfung

Die mündliche Prüfung dauert eine halbe Stunde. Sie soll Gelegenheit zur Rückschau auf das Studium bieten, ich müsst also durchaus mit etwas allgemeineren Fragen rechnen. Allerdings könnt ihr drei Schwerpunkte setzen, die durch den Inhalt von zwei Basis- und einem Aufbaumodul umrissen sind.

Die Module für die BA-Prüfung sollen möglichst so gewählt sein, dass sich die drei Prüfungsthemen gleichmäßig über das Themenspektrum der Computerlinguistik verteilen. Das heißt, dass ein Thema eher linguistisch orientiert sein soll, ein weiteres sich eher auf Informatik bzw. Programmieren und ein drittes sich auf den Kernbereich der maschinellen Sprachverarbeitung beziehen soll.

Fristen

Die erste Hürde in eurem Studium ist die Orientierungsprüfung (OP). "Prüfung" ist in diesem Fall eher entspannt zu lesen -- ihr habt diese Prüfung, wie oben schon gesagt, bestanden, wenn ihr B01 Einführung in die Computerlinguistik und B02 Programmieren I: Einstieg bestanden habt. Das sollte in der Regel keine große Herausforderung sein. Dennoch: ihr müsst die Orientierungsprüfung bis einschließlich dem dritten Fachsemester abgelegt haben3. Tut das. Es gibt zwar im Prinzip Ausnahmeregelungen, die eine Verlängerung der Orientierungsprüfungsfrist erlauben, aber das sind auch tatsächlich Ausnahmen bei denen ihr das Versäumnis "nicht zu vertreten" habt, also eine Art höhere Gewalt im Spiel ist.

Eine weitere Frist läuft an, wenn ihr eine Modulprüfung nicht geschafft habt, d.h. durchgefallen seid. Ihr habt dann im Prinzip ein halbes Jahr Zeit, diese Prüfung zu wiederholen. Nun kann es passieren, dass ihr innerhalb dieser Frist keine Möglichkeit habt, die Prüfung zu wiederholen. In diesem Fall hilft euch die Prüfungsordnung, denn sie sagt, die Fristüberschreitung sei harmlos, wenn der/die Studierende sie nicht zu vertreten habe.

Konkret sehen die Regelungen im Fall von danebengegangenen Modulprüfungen so aus:

  1. Wenn ihr eine Prüfung besteht, ist alles fein. Tut euch und uns also den Gefallen und besteht die Prüfungen beim ersten Mal. So schwer ist das nicht.
  2. Wenn ihr durch eine Prüfung durchfallt, müsst ihr die nächste Gelegenheit wahrnehmen, um die Prüfung zu bestehen.
  3. Fallt ihr auch durch die Nachprüfung, habt ihr ein Problem. Wie groß es ist, muss in einer Fallunterscheidung untersucht werden:
    Ihr habt noch nicht vier Modulprüfungen zwei Mal wiederholt.
    Prima, bis zu vier Mal während eures Studiums dürft ihr nämlich noch einen dritten Versuch unternehmen. Fallt ihr dabei durch, greifen die folgenden Regelungen in voller Härte.
    Ihr dürft nicht mehr wiederholen und das fragliche Modul ist verpflichtend (also Bxx, Vxx, Exx).
    Das ist der GAU -- ihr habt den "Prüfungsanspruch verloren", dürft also die betreffende Modulprüfung nicht mehr machen, könnt also die entsprechende Leistung nicht nachweisen. Weil ihr sie aber für den Abschluss braucht, könnt ihr auch den Abschluss nicht machen. Ihr habt euch damit aus dem Studiengang rauskatapultiert. Offenbar wollt ihr dringend vermeiden, dass sowas passiert, und ihr möchtet lange bevor der Karren so tief im Dreck steckt mal bei der Fachstudienberatung vorbeischauen.
    Ihr dürft nicht mehr wiederholen und das fragliche Modul ist aus dem Wahlpflichtbereich (also Axx)
    Das ist relativ harmlos -- ihr könnt die nötigen Punkte einfach durch andere Module abdecken.

Nochmal: Es ist nicht schwer, mit all diesen Regelungen niemals in Kontakt zu kommen. Schaut, dass ihr es nicht tut.

In Sachen Fristen noch eine gute Nachricht: Nach der Orientierungsprüfung gibt es keine weitere fachsemesterbezogene Frist mehr (anders also als im Magister mit der Zwischenprüfung).

Noten

Eure Abschlussnote setzt sich, wie oben schon gesagt, aus den Noten von 100 LP zusammen. Dabei kommen

  • 60 LP aus studienbegleitenden Leistungen des Kernfachs,
  • 20 LP aus studienbegleitenden Leistungen des Nebenfachs,
  • 10 LP aus der Bachelor-Arbeit und
  • 10 LP aus der mündlichen Abschlussprüfung.

Die mit den LPs verbundenen Noten werden aufaddiert, und am Schluss teilt man durch 100 -- die Abschlussnote ergibt sich also als mit den LP gewichtetes arithmetisches Mittel der Einzelleistungen. Ein (zwecks Überschaubarkeit unrealistisches) Beispiel: Ihr habt folgende Prüfungsleistungen:

LP162215201413
Note1.01.32.02.33.01.7

Die fertige Note würde sich dann als (16·1.0+22·1.3+15·2.0+20·2.3+14·3.0+13·1.7)/100=1.847 berechnen. Wenn ihr wollt, könnt ihr das auch in ein paar Zeilen Python machen:

def computeWeightedMean(data):
  """returns the weighted mean of data.

  Data has to be sequence of (weight, value) pairs.
  >>> computeWeightedMean([(5, i) for i in range(15)])
  7.0
  >>> "%1.3f"%computeWeightedMean([(16,1.0), (22,1.3), (15,2.0), (20,2.3),
  ...   (14, 3.0), (13, 1.7)])
  '1.847'
  >>> computeWeightedMean([])
  Traceback (most recent call last):
  ZeroDivisionError: float division
  """
  return sum([weight*value for weight, value in data])/float(
    sum([weight for weight, value in data]))

Zusätzlich zu den deutschen Noten (von 1 bis 4) können wir auch so genannte ECTS-Noten vergeben -- das sind Buchstaben von A bis F. Studienbegleitend werden wir das eher nicht machen, für die Gesamtnote müssen wir das tun. Diese Noten werden kompetetiv vergeben, d.h. sie bewerten nicht, was ihr könnt, sondern nur, ob ihr besser oder schlechter seid als eure Mitstudis. Das ist aus vielen Gründen Quatsch, wurde uns aber so verordnet. Wer wissen möchte, wie wir die Bewertung am Schluss durchführen, sei auf die Referenzimplementation verwiesen.

Punkte

Wie oben bereits gesagt, sollte ein Leistungspunkt in etwa 30 Stunden Arbeitsaufwand entsprechen. Gemäß dieser Richtschnur sollten die Fachbereiche zu jeder Veranstaltung von vorneherein definieren, wie viele Punkte vergeben werden. Entsprechend viele Punkte würden wir dann auch anerkennen, soweit eine Veranstaltung in unseren Kurs passt und nicht offensichtliche Hindernisse bestehen -- diese Möglichkeit der Anerkennung war eine der Ideen hinter der Entwicklung des ECTS, aus dem der LP-Zauber kommt. In Zweifelfällen müsst ihr euch an den/die Vorsitzende/n des Prüfungsausschusses wenden.

Allerdings haben derzeit (Mitte 2006) viele Fächer noch keine gestuften Studiengänge und definieren daher keine ECTS-Punkte. Wenn es im Rahmen unseres Studiengangs nötig wird, ECTS-Punkte für Importveranstaltungen zu vergeben (das ist in den Nebenfächern die Regel), legen wir sie vorläufig selst fest, und zwar, wenn die Kurse ins SignUp eingepflegt werden. Für Nebenfachveranstaltungen wird das normalerweise passieren, wenn ihr uns mitteilt, dass ihr einen bestimmten Kurs belegen wollt.

Bei der Definition dieser Punkte orientieren wir uns an den Leitlinien der Uni. Eine kurze und so natürlich rechtlich überhaupt nicht verbindliche Übersicht unserer LP-Algebra:

  • Eine Stunde Kontaktzeit4 über 15 Wochen im Semester5 sind 15 Stunden. Eine Veranstaltung von 2 SWS bekommt also gerade 1 LP (30 Stunden) aus der Kontaktzeit.
  • Normalerweise rechnet man für eine Stunde Kontaktzeit eine Stunde Vor- und Nachbereitung. Bei einer zweistündigen Veranstaltung kommt also nochmal ein LP dazu. Das ist bei Übungen oder ähnlichen Veranstaltungen unter Umständen auch weniger.
  • Bei einem Tutorium wird davon ausgegangen, dass keine oder nur unwesentliche Vor- und Nachbereitung nötig ist (dafür ist es ja ein Tutorium, es soll gerade bei der Vor- und Nachbereitung helfen). Demnach bringt ein Tutorium in der Regel nur Kontaktzeit, für ein zweistündiges Tutorium etwa 1 LP.
  • Hausaufgaben, die über eine Unterstützung der Vor- und Nachbereitung hinaus gehen, müssten eigentlich gesondert betrachtet werden. In der Regel vergeben wir aber 1 LP, wenn tatsächlich regelmäßig kontrollierte Hausaufgaben gemacht werden.
  • Eine Klausur oder mündliche Prüfung oder auch eine Hausarbeit verrechnen wir in der Regel mit 1 LP -- bei Hausarbeiten in Hauptseminaren natürlich auch mal mehr.

Damit wir also ausrechnen können, wie viele LP eine Veranstaltung im Nebenfach haben soll, müsst ihr uns bei der Anmeldung der Veranstaltung neben dem Link ins Univis folgende Fragen beantworten, sofern nicht der anbietende Fachbereich selbst schon ECTS-Punkte definiert:

  • Wie lang ist die Präsenzzeit (SWS)?
  • Was ist der Typ der Veranstaltung (Vorlesung, Übung, Praktikum...)? Das soll einen Hinweis auf das Verhältnis von Präsenzzeit zu Vor- und Nachbereitung geben.
  • Gibt es korrigierte Hausaufgaben? Ein gesondertes Tutorium bzw. eine gesonderte Übungsgruppe?
  • Wie erfolgt der Leistungsnachweis (Klausur, mündliche Prüfung, Hausarbeit...)?

1 Allerdings, das sei der Klarheit halber nochmal betont, haben die LPs von Bachelor-Studiengängen nichts mit den "Punkten" der Kollegstufe zu tun -- die "Punkte" in der Kollegstufe messen, wie "gut" man den Kurs hinter sich gebracht hat, die LPs nur, dass man den Kurs gemacht hat. Dafür sind die LPs dann eben wieder mit Noten verbunden. [Zurück]

2 Autoritativ für die Zuordnung von Veranstaltungen zu Modulen ist das Vorlesungsverzeichnis bzw. während des Semesters die Daten unserer Prüfungsverwaltungssoftware SignUp. Wenn ihr Sonderwünsche habt, entscheidet der Prüfungsausschuss, was heißt, dass ihr die Sonderwünsche beim Sekretariat anmelden solltet [Zurück]

3 Da B01 Einführung in die Computerlinguistik und B02 Programmieren I: Einstieg nur im Wintersemester angeboten werden, habt ihr genau eine zweite Chance, die Veranstaltungen zu bestehen. [Zurück]

4 Kontaktzeit ist die Zeit, die ihr tatsächlich mit Lehrenden in Hörsälen, Seminarräumen u.ä. verbringt, üblicherweise also schlicht die "SWS-Zahl" [Zurück]

5 Semester sind zwar unterschiedlich lang, aber so genau sind all die Berechnungen sowieso nicht, also wird immer mit 15 Wochen pro Semester gerechnet. [Zurück]

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